4. Die Übergangsphase

Falls du während der Wettkampfphase auf der Bank gesessen hast, brauchst du danach keine Erholungszeit. Du hast keinen physischen und emotionalen Wettkampfstress erlebt und kannst wie zuvor mit dem regulären Training fortfahren.

Hast du jedoch an Wettkämpfen aktiv teilgenommen, musst du eine Übergangsphase der „aktiven Erholung“ durchlaufen. Nach Monaten anstrengender Spiele und Veranstaltungen brauchst du Abstand zu deinem Sport und dem erlebten Stress. Ohne aktive Erholung kannst du krank werden, du kannst dich leicht verletzen, dein Körper kann dich im Stich lassen. Du würdest zwischenzeitlich viele deiner körperlichen Errungenschaften verlieren und womöglich Wochen oder Monate zur Wiederherstellung benötigen.

Übertraining vermeiden

Deshalb ist es bei allen Trainingsaspekten wichtig, nicht zuviel zu trainieren. Du solltest dein Training ständig überwachen. Eine der besten Methoden ist das morgendliche Pulsmessen, täglich zur gleichen Zeit. Stellst du einen Unterschied von fünf oder mehr Schlägen fest, dann bist du sicherlich übertrainiert. Du solltest sofort weniger trainieren, damit dein Körper sich erholen kann. Sowohl von der hochintensiven Wettkampfphase als auch vom Training in der Vor-Wettkampfphase muss der Körper sich erholen. Vielleicht brauchst du auch Zeit, um kleinere Verletzungen, die üblicherweise auftreten, auszuheilen. Die Übergangsphase ist eine Zeit der physischen Heilung sowie einer mentalen Pause vom Sport.

Du solltest jedoch in dieser Phase nicht nur herumsitzen und wertvollte Zeit vergeuden. Der Geist kann sich erholen, aber der Körper sollte – außer im Verletzungsfall – aktiv bleiben. Andere Sportarten treten jetzt in den Vordergrund, die sich von deiner Hauptsportart unterscheiden. So kannst du eine andere Gangart einlegen, aber trotzdem bei Kräften bleiben. Übst du einen anderen Sport aus, so kann sich das Nervensystem von den extremen Belastungen im Wettkampf erholen. Die Gedanken können sich auf Anderes konzentrieren, andere Nervenbahnen und Reflexe werden benutzt. So kannst du dich „entspannen“.

Als Volleyballer kannst du zum Beispiel nun Basketball oder Hockey spielen. Ein Langstreckenläufer kann auch in der Nach-Wettkampfphase ein bißchen laufen, aber es sollte mehr zum Spaß sein. In dieser Zeit kann auch eine Änderung der Umgebung hilfreich sein. Wenn du in der Stadt trainierst und lebst, könntest du es nun genießen, ein paar Wochen in den Bergen oder am Meer mit Schwimmen, Wandern oder Klettern zu verbringen. Das ist eine hervorragende Art, deine emotionalen Batterien wieder aufzuladen und sicherzugehen, dass deine Einstellung zu Beginn des neuen Trainingszyklus wieder positiv sein wird.

Nach der Übergangsphase beginnt die neue Vorbereitung

In der Übergangsphase solltest du zwei Wochen lang kein Gewichtstraining machen. Sport treiben ist okay. Dann beginnst du von neuem mit der allgemeinen Vorbereitungsphase und arbeitest dich zu höheren Gewichten vor. So kannst du von einem Ende des Trainingszyklus zum Anfang des nächsten Zyklus deine Errungenschaften an Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit und Flexibilität aufrechterhalten. Und nichtsdestotrotz bist du dank der Übergangsphase völlig ausgeruht, ausgeheilt und vom Wettkampf erholt. Nun kannst du von neuem starten und noch bessere Leistungen vollbringen.

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